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40 Fieber zum 40er - eine schottische Lachs-Pleite mit viel Liebe

Aktualisiert: 25. Nov. 2021

Die Fliegendreierbande rüstete sich Anfang 2020 für ein echtes Highlight. Ein bis einundzwanzig Lachse sollten überlistet werden, im Februar, in Schottland. Doch am Ende gewannen wir nicht einmal bei der Pub-Tombola.

 

Zu allererst: Auf dem Foto ist mein Neffe Moritz vor unserer Fischerhütte am River Tay bei Aberfeldy in Schottland. Von mir selbst gibt es von dieser Reise kaum Bilder, ich hätte Selfies im rustikalen Zimmer über dem Pub, in dem wir schliefen, schießen können, aber wozu?


Denn es kam, wie es kommen musste: Halskratzen am Vorabend des Abfluges, aber egal. Zum 40er hatte ich mir selbst Lachsfischen mit Christoph und Moritz in Schottland geschenkt und so hab ich todesmutig nur ein, zwei Aspirin mehr ins Gepäck gestopft und ab ging die Post.


"Meine Lymphknoten schwollen parallel zum Wasserstand an..."

Corona gab's erst in Wuhan Am Taxi zum Airport hab ich schon Halszuckerl in Dauerschleife gelutscht, im Flieger wurde mir immer heißer. Man bemerke: Corona gab's damals erst in diesem Wuhan. Passend zu Wuhan fassten wir in Edinburgh einen blitzblauen Qashqai aus, ein schnittiger, rechtsgesteuerter Nissan, auf dem wir durch Wind und Wetter die knapp drei Stunden nach Aberfeldy ritten.


Meine Lymphknoten schwollen parallel zum Wasserstand des River Tay an, doch dadurch ließen wir uns alle nicht die Stimmung vermiesen. Christoph und Moritz machten am Abend noch den Ort unsicher, ich verkroch mich in meinem Bett.


"Abwechslung vom Regen brachten nur die Schneeschauer, wenn die Temperatur fiel"

Am nächsten Morgen war bei mir körperlich alles aus, trotz Neo-Citran, 84 weiterer Halszuckerl und einiger Vollbädern in der viel zu kleinen Badewanne inklusive beängstigenden Druckstellen vom verchromten Wasserüberlauf genau auf Rückenhöhe.


Ahja: es hat seit unserer Ankunft durchgeregnet, Abwechslung brachten nur Schneeschauer, wenn die Temperatur fiel.

Für Moritz und Christoph gings natürlich auf direktem Wege zum Lachsfluss Tay - und es sollte der beste Tag unserer Schottland-Reise werden. Christoph landete eine Forelle, Moritz sogar eine kapitale,


Meine schönste Abwechslung war Dominic Thiem, dessen Tennis-Erfolgslauf ich mir Tag für Tag in der rostigen Badewanne in den schottischen Highlands auf einem Uralt-iPad reinzog.


Riesen-Streamer in Unmengen von Wasser

Ab und zu, wagte ich mich dann doch leicht schwummrig an den Tay - und mit unserem schweren Gerät (9er-Ruten mit Riesen-Streamern) warfen wir irgendwo in die Unmengen von Wasser.

Es war aussichtslos. In diesem Pool (so nennt man ganze Flussabschnitte in Irland, England, Schottland) werden bei guten Bedingungen im gesamten Februar gerade zwei Lachse überlistet. Also machten wir gute Miene zum bösen Spiel und besuchten die legendären Pubs in Aberfeldy. Ich versuchte mich an frischgepresster Zitrone, mit Whiskey erhitzt, Christoph und Moritz ließen die Zitrone weg.


"Am Ende gab es noch den letzten Platz beim Pub-Quiz."

Gesund wurde ich auch davon nicht, deswegen ging es direkt von dort zum Medical Center, wo man mir letztlich nur noch mehr Medikamente verschrieb. Auch dort war das iPad mit Dominic Thiem mit dabei, aber das Wifi wesentlich schlechter.


Die andere Geschichte Am letzten Tag war an Fischen nicht mehr zu denken, Hochwasser weit über die Wiesen hinweg, dazu steter Schneefall - und beim Pub-Quiz waren wir auch noch richtig schlechter. Letzter Platz.


Es war sicher wunderschön und irgendwie besonders, aber eben nicht für mich. Vielleicht schreibt mein Bruder Christoph diese andere Geschichte von unserem Schottland-Trip ja einmal...

Ps: Dominic Thiem hat obendrein auch noch das Finale verloren.

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