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Ein Fluss als Juwel und der Fisch, den ich nicht töten konnte

Aktualisiert: 25. Nov. 2021

Ich stand gefühlt bis zu den Burstwarzen im eiskalten Wasser der glasklaren Erlauf, ließ die Nymphe aus der Strömung raustendeln und hatte den x-ten Zupfer, der in den Bruchteilen einer Sekunde zum kapitalen Biss wurde. Die Bachforelle, die ich nach einem wilden Drill landen konnte, war so wunderschön, dass ich sie trotz großer Bitten eines hungrigen Begleiters nicht töten konnte. Das einzige, das an diesem Tag aufgeschlitzt wurde, war am Ende meine Wathose...

 

Auf diesem Foto befische ich mit Bruder Christoph einen unteren Teil der Erlauf, der den wunderschönen Charakter des Flusses zeigt


Die Erlauf, ein Fluss, der das Herz berührt. Unheimlich vielseitig fließt sie vom Fuße des Ötschers bis in die Donau, ist teilweise völlig naturbelassen und teilweise stark von Kraftwerken geprägt. Wie von jenem, bei dem ich mein schönstes Erlauf-Erlebnis hatte.


Beim Kraftwerk Wienerbruck, das von der EVN nach wie vor betrieben wird, befindet man sich mitten in der Natur, die sympathische Betreiberfamilie muss die Kinder mit dem Schrägseil-Aufzug in die Schule führen - und es ist unheimlich idyllisch. Die Erlauf ist direkt unter dem Kraftwerk erst enorm schnell und reißend, der Wasserpegel schwankt natürlich und mündet dann in einen kleinen Stausee, bevor sie die Schlucht hinab herrliche Pools bildet.


Ohne "Fliegendreierbande" Genau an der Stelle, wo der Fluss mit relativ hohem Tempo in den Stausee hineintreibt, hab ich in Begleitung eines Kollegen, ausnahmsweise niemanden aus der "Fliegendreierbande", mein Glück versucht. Die Erlauf wird hier ganz schön tief, bildet aber in der Mitte eine leichte Kiesbank, die jedoch in unserem Fall auch deutlich unter Wasser stand.

Wenn mir mal richtig heiß ist, denk ich einfach an diesen Fluss - die Erlauf. Das Wasser ist so eiskalt und so klar, dass es mehr erfrischt als jedes Gezapfte.

Gefühlt ging mir der Fluss bis zu den Brustwarzen, als ich an einer gewissen Stelle immer wieder leichte "Nascher" an meiner Nymphe bemerkte. Da das Wasser derart klar ist, war mir bewusst, dass es sich hierbei um einen oder mehrere Fische handeln würde.

Die Erlauf beim Kraftwerk Wienerbruck - dorthin gelangt man nur durch einen langen, steilen Fußmarsch, oder per Schrägseil-Aufzug.


Immer wieder ließ ich meine Nymphe dorthin austendeln, konnte aber spüren, wie vorsichtig "gekostet" wurde.


Ich brachte es nicht übers Herz Doch plötzlich war da mehr, ich konnte anschlagen und hatte einen nicht außergewöhnlich langen, aber wilden Drill, der mir ein Prachtexemplar bescherte. Eine Bachforelle über der 50 cm-Marke, so schön gezeichnet und in derart guter Form, dass ich es nicht übers Herz brachte, sie zu entnehmen, obwohl mein Kollege unbedingt Forellen mit heimbringen wollte. Meine Belohnung: Am Weg hinaus aus dem Wasser schlitzte ich mir an einem scharfkantigen Stein meine Wathose irreparabel auf. Petri Dank!


Im Verbund der "Fliegendreierbande" haben wir auch einige andere Reviere der Erlauf erkundet - und waren eigentlich von jedem angetan. Die Tageskartenpreise liegen auch noch zum Teil in vernünftigen Bereichen (so um die 50 Euro) und die Fahrzeit hält sich von Wien mit etwas über einer Stunde ebenfalls in Grenzen.

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