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Ein Bier zum Frühstück im Fliegenfisch-Eldorado

Ein morgendliches kühles Blondes in der Bäckerei von Fischer-Guru Franz Rosenberger sollte mein Highlight bleiben in diesem unglaublich schönen Fliegenfisch-Revier an der Ybbs in Opponitz.

Hier eine Paradestelle an der Ybbs, das Wasser: glasklar!

Schon viel hatte ich gehört oder gesehen vom Fliegenfischer-Dorf Opponitz, wo sich die Ybbs in ihrem schönsten Gewand präsentiert, umso weniger hatte ich bei meiner Premiere dort gefangen. Aber von Anfang an:


Im Morgengrauen hab ich die komplette Ausrüstung in mein Auto gepackt und mich gierig nach Fluss auf den Weg gemacht ins (selbsternannte) Fliegenfischer-Eldorado.

Im Ortskern von Opponitz steht ein Brunnen, den ein Fliegenfischer ziert.


Bei der Ankunft in Opponitz wird erst einmal Revier-Boss Franz Rosenberger besucht. Bei ihm treffe ich auch Rudi Kefer, der mit Franz und mir im Hinterzimmer der Bäckerei Platz nimmt. Wir reden über das traumhafte Revier mit seinen vielseitigen Abschnitten und Hubertus stößt dazu. Hubertus wird mir den Revierabschnitt zeigen und . . . er ist Deutscher!


Hubertus ist eine Legende Meine anfängliche Skepsis, mir von einem Deutschen einen österreichischen Fluss zeigen zu lassen, ist nach wenigen Sätzen passe. Hubertus ist hier eine Legende, kennt die Ybbs wie seine Westentasche und ist ein ausnehmend feiner und besonderer Mensch - und vor allem: Fliegenfischer durch und durch.

Trotz der frühen Uhrzeit (9:30 Uhr) kommen wir sofort ins Tratschen über die Fischerei, zischen uns ein kleines Bierchen und jammern über die üblichen Themen: Kormorane und Otter - die Prädatoren, die den Forellen so sehr zusetzen.

Der geschmeidige Linkshänder Hubertus hier rechts neben mir.


Trockenfliege ist hier Pflicht Aber nach einer halben Stunde geht's los: Hubertus und ich fahren im Konvoi zur Einstiegsstelle und schälen uns in unsere Wathosen. Die Ruten sind montiert (ich hab meine 4er Orvis aufgerüstet) und wir entscheiden uns für Trockenfliegen.

Das ist nicht meine stärkste Disziplin, aber die Ybbs ist hier prädestiniert dafür, also ran an die feine Klinge.


Hubertus ist ein wahrer Meister. Als Linkshänder setzt er die haarigen Leichtigkeiten mit einer Eleganz ins Nass, an die ich wohl nie herankommen werde. Der Wasserstand ist relativ niedrig, nicht die geringste Trübung ist zu sehen, unter Garantie könnte man hier aus der Ybbs trinken, so klar ist sie.


Hier gibt's übrigens eine geniale filmische Abhandlung über das Revier rund um Opponitz, Prädikat sehenswert:




Bauchgefühl bestätigte sich Ich hatte schon zu Beginn ein ungutes Gefühl, mir dämmerte recht bald, dass ich mich hier fliegenfischtechnisch plagen würde. Denn es war keiner der Tage, an dem die Fische so wollten wie wir. Hubertus und ich hatten zusammen nur zwei, drei Bisse von kleineren Forellen. Auch eine kleine Äsche ging an den Haken, aber nach mehreren Stunden konnten wir keinen adulten Salmoniden überlisten, obwohl wir Paradestellen befischt hatten. Auf meinen allerletzten Metern bei diesem Fischausflug an die Ybbs, hatte ich auf klassische Goldkopf-Nymphe umgesattelt und konnte hinter einer kleinen Brücke in einer Drift zumindest noch eine 30er-Regenbogenforelle überlisten.


Mein Fazit: Es ist unglaublich schön an den Flussabschnitten rund um um Opponitz, fast wie in einem Heimatfilm. Atemberaubend. Fliegenfischtechnisch stehe ich auf mehr Wasser, mehr Tiefe, aber jedem das Seine. Hubertus war ein ganz toller Fischerkumpel, dem ich gerne wieder einmal über den Weg laufen würde. Es war ein wunderschöner Tag an einem wunderschönen Gewässer.

INFOS: Knapp zwei Stunden Fahrt von Wien braucht es, um in der Idylle von Opponitz zu landen. Die Tageskarte kostet 120.- Euro, dafür bekommt man aber eines der sechs (!) großartigen Reviere exklusiv für diesen Tag. Logischerweise sind die Tageskarten daher limitiert. Noch mehr Infos und Online-Tageskarten findet ihr hier, viel Spaß!


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